Die aktuellen Meldungen des Ruderclub Hansa Dortmund

Fronleichnamswanderfahrt Amsterdam
Vom 3. bis zum 7. Juni besuchte der Ruderclub Hansa die Roeivereniging Poseidonin Amsterdam. An drei Tagen erkundeten 14 Hanseaten die Umgebung der Stadt und genossen die vielfältigen Eindrücke und die schöne Landschaft. Die Fahrt bot uns die Gelegenheit, sowohl sportlich aktiv zu sein als auch kulturelle Highlights und die Atmosphäre Amsterdams kennenzulernen. Die Tagestouren wurden von Sandor vom RZV-Poseidon und Nicole vom RC-Hansa geplant.
Am ersten Tag setzten wir unsere zwei gesteuerten Doppelvierer (Walensee und WAWA) sowie den gesteuerter Doppelzweier (Three Pints!) beim RZV-Poseidon in die Amstel ein. Mit dabei war Amber, ein Ortskundiger vom RZV Poseidon. Während wir auf der breiten Amstel ruderten, trainierten wir das Kommando: fünf kräftige Ruderschläge, Sleppen und Fallen, (Ruder lang und den Körper ganz flach legen) Wir ruderten flussaufwärts, vorbei an der bekannten Windmühle Riekermolen bis nach Ouderkerk aan de Amstel. In Ouderkerk bogen wir links in die Bullewijk ab und folgten dem Flusslauf bis zur Gabelung des Flusses. Wir hielten uns rechts auf die Waver. Dieser idyllische, schmale Fluss schlängelt sich durch das Naturschutzgebiet „Rondehoeppolder“. Auf der Waver ruderten wir unter zwei sehr niedrigen Brücken her. Um unter den Brücken durchzugleiten, erfolgte vom Steuermann, das besagte Kommando: Fünf kräftige Ruderschläge, Sleppen und Fallen.
Des Weiteren folgten zwei handbediente Drehbrücken an der Waver. Jetzt war der Steuermann gefordert! Um die Drehbrücke zu bedienen, stieg der Steuermann an einem Steg aus. Die bewegliche Brücke wurde entriegelt, sodass sie sich vertikal drehen ließ. Unsere Boote konnten nacheinander durchrudern. Anschließend wurde die Brücke wieder in ihre ursprüngliche Position zurückgeführt, damit Fußgänger und Fahrradfahrer sie wieder benutzen konnten.
Am zweiten Tag unserer Tour begleitete uns Sandor von Poseidon entlang der Amstel über den Weesper Trekvaart und das malerische Flüsschen Gein nach Abcoude. Vom Gein ruderten weiter in den Nauwe Gein, einen schmalen, malerischen Kanal, der uns mit seinen romantisch anmutenden Brücken tief beeindruckte. Auf dem Weg durchfuhren wir mehrere Fußgängerbrücken sowie kleine Wirtschaftswegbrücken, deren Durchfahrtshöhe und -breite stark begrenzt waren. Die niedrigste Brücke auf dieser Strecke, die Fußgängerbrücke Oud-Gein, hatte nur eine Durchfahrtshöhe von etwa einem Meter. Andere feste Brücken, wie die historische Wilhelminabrug in Abcoude, gewährten mit rund zwei Metern etwas mehr Spielraum.
Dank unserer sicheren Beherrschung des Kommandos „Sleppen and Fallen“ gelang es uns mühelos, unter den Brücken hindurchzugleiten. Besonders beim Sleppen mussten wir die Skulls eng ans Boot anlegen, um die engen Durchfahrten sicher zu meistern. Zwischen unseren Nasenspitzen und dem Brückenunterbau war kaum noch Platz. Die Luft war angespannt, während wir uns vorsichtig vorwärtsbewegten; jeder Schritt musste wohlüberlegt sein, um nicht die niedrige Decke sowie die Wände zu berühren. Es war ein Moment voller Spannung und Konzentration.
Vom Nauwe Gein-Kanal ruderten wir weiter auf der Angstel, die sich durch den Ortskern von Abcoude schlängelte. Vor der historischen Klappbrücke „Dorpsbrug“ befestigten wir unsere Boote sicher an der Ufermauer und stiegen für die wohlverdiente Mittagspause aus. Direkt am Wasser lag das charmante Hotel „De Goudvink“ mit seiner einladenden Terrasse. Bei sommerlichem Wetter nahmen wir dort Platz und genossen die kühlende Brise vom Kanal sowie den angenehmen Wechsel aus Sonne und Schatten, der durch das dichte Blätterdach über uns entstand. In entspannter Atmosphäre ließen wir uns Bier, Kaffee, Kuchen und weitere köstliche Leckereien schmecken – ein perfekter Moment. Nach der Mittagspause ruderten wir über das Abcoudemeer, einen See, der von üppig grünen Ufern eingerahmt wird. Von dort aus setzten wir unsere Route entlang des Holendrecht über die Bullewijk bis hin nach Ouderkerk aan de Amstel fort und ruderten zur RZV Poseidon zurück. Insgesamt bot uns diese Etappe mit seinen idyllischen Landschaften, historischen Brücken und dem ruhigen Wasser des Gein ein unvergessliches Erlebnis, das Natur- und Technikfreunde gleichermaßen begeisterte.
Am dritten Tag unserer Tour erkundeten wir die malerischen Wasserwege Amsterdams ganz nah – mit dem Ruderboot auf den Grachten. Auf der breiten Amstel war das Rudern noch entspannt und harmlos, doch je näher wir ins Zentrum kamen, desto dichter wurde das Gewimmel auf dem Wasser. Thomas von Poseidon begleitete uns an diesem Tag auf den Grachten. Unser ganzes ruderisches Können wurde dort gefordert. Es gab manchmal Gegenverkehr an rechtwinkligen Abzweigungen, enge Kanäle, Ausflugsschiffe so wie motorisierte Boote, die durcheinander auf den Wasserstraßen fuhren. Ein Hauch von Venedig lag in der Luft, und wir mittendrin -ganz ohne Motorantrieb.
An den Ufern der Grachten lagen zahlreiche Hausboote, bei denen man fast durch die Wohnzimmer ruderte. Außerdem genossen wir den herrlichen Anblick der traditionellen Hausfassaden mit ihren Giebeln und den zahlreichen Brücken. Wir ruderten an bekannten Sehenswürdigkeiten wie der Heineken-Brauerei, dem Rijksmuseum, dem Montelbaanstoren-Turm, dem V.O.C.-Schiff und dem NEMO Science Museum vorbei. Besonders eindrucksvoll war die Fahrt unter der Magere Brug hindurch. Unsere Mittagspause verbrachten wir auf der Terrasse des Restaurants Hannekes, anschließend ruderten wir zur Roeivereniging Poseidon zurück. So wurde dieser Tag zu einem unvergesslichen Erlebnis, das uns die Schönheit und das lebendige Treiben der Amsterdamer Grachten aus nächster Nähe erleben ließ.
Wir bedanken uns ganz herzlich bei Amber, Sandor, Thomas, Saskia und Meghan vom RZV-Poseidon. Jeden Tag habt ihr uns mit eurer umfassenden Ortskunde hervorragend begleitet und unterstützt. Durch eure sachkundigen Erklärungen konnten wir Amsterdam und das Umland viel besser kennenlernen und verstehen. Eure freundliche Art und euer großes Engagement haben unseren Aufenthalt wirklich bereichert und unvergesslich gemacht.
Vielen Dank für alles!







